IHK – Kongress in Regensburg – Hauptschule Kümmersbruck erhält „hohen Besuch“


KÜMMERSBRUCK / REGENSBURG. Mit einem echten Plädoyer für den Erhalt der Hauptschulen in Bayern endete ein Kongress „Hauptschule und Beruf“, der am Wochenende im Regensburger Kolpinghaus stattfand. Es war als ein Diskussionsforum für Lehrer und Ausbilder gedacht, und zeigte unter anderem über eine Ausstellung, an der 16 bayerische Schulen beteiligt waren, Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wirtschaft und Bildungsstätten auf.

Aus dem Landkreis Amberg – Sulzbach waren neben der Hauptschule Kümmersbruck auch die Krötenseeschule und die Pilotschulen Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach vertreten. Der Anlass für diesen Kongress waren eindeutige Prognosen: Bis 2020 wird die Zahl jugendlicher Schulabgänger in vielen ostbayerischen Landkreisen um etwa 30 Prozent sinken. Dies hat auch erhebliche Auswirkungen für die Betriebe, nämlich ein Facharbeitermangel. Dieser zeichnet sich allmählich schon ab, auch im Landkreis Amberg – Sulzbach. Für die Industrie- und Handwerkskammer ist dies ein Grund, die Zusammenarbeit zwischen Hauptschulen und Betrieben auszubauen. Dies ist auch gut so, denn rund die Hälfte aller bayerischen Auszubildenden kommt aus der Hauptschule.

In seiner Ansprache betonte Staatssekretär Bernd Sibler die hohe Bedeutung der Hauptschulen in Bayern. Eine bayerische Hauptschule ist mit einer Hauptschule in Berlin nicht vergleichbar. Unsere Absolventen sind gefragte Azubis, so der Staatssekretär. Der Freistaat Bayern und die bayerische Wirtschaft werden wie in der Vergangenheit alles dafür tun, die Startchancen für die Hauptschüler zu verbessern. Von diesen forderte der Kultuspolitiker aber auch Eigeninitiative und Anstrengungsbereitschaft.

Einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der bayerischen Hauptschulen leistet hier auch die Hauptschule Kümmersbruck. Sie ist seit nunmehr drei Jahren in den Schulversuch „Modularisierung an bayerischen Hauptschulen“ vertreten. Dieser Schulversuch wird vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung begleitet. Seitens der Kümmersbrucker Schule sind der Schulleiter Rektor Siegfried Weigl (Steuerungsgruppe), Förderlehrer Mario Gräß (Bereich: Arbeit – Wirtschaft – Technik) und Hauptschullehrer Josef Popp (Soziales Lernen) berufen worden.

Die Lehrkräfte haben der Auftrag, Konzepte zur Verbesserung der Berufswahlreife zu erarbeiten und diese in der Praxis auszuprobieren. Für den Bereich „Soziales Lernen“ wird derzeit quasi auf einer Metaebene ein Grundlagenkonzept ausgearbeitet.



Bei seinem Rundgang durch die Ausstellung ließen es sich der Staatssekretär Bernd Siebler, IHK – Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, Regierungsschuldirektor Richard Glombitza und auch der Leitende Schulamtsdirektor Hubert Haberberger nicht nehmen, an dem Arbeits- und Informationsstand der Hauptschule Kümmersbruck, der von Mario Gräß und Josef Popp, betreut wurde, vorbeizuschauen. Dabei dankte der Staatssekretär den Lehrkräften der Kümmersbrucker Schule für ihr Engagement. Schulamtsdirektor Hubert Haberberger ließ es sich nicht nehmen, den Staatssekretär über die Arbeit der Lehrer in Kümmersbruck zu informieren. Hier wurden – noch bevor der Schulversuch gestartet wurde - bereits neue Organisationsformen des Lernens und Lehrens ausprobiert.

Über die Arbeit in Kümmersbruck informierte auch der „oberste Chef“ der bayerischen Hauptschulen, Helmut Krück (Abteilung IV des Kultusministeriums) vorbei. Auch er dankte den Lehrkräften, die deutlich über ihrem Soll bei diesem Schulversuch mitarbeiten.